Die drei Tourismusgebiete im Kreis Görlitz sollen ihre Eigenarten behalten, aber effizienter zusammenarbeiten

Görlitz Ohne die Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien haben Touristiker aus dem Landkreis Görlitz Wege zu einer besseren Zusammenarbeit gesucht. Dabei sollen gemeinsame Strukturen geschaffen werden, ohne die Eigenheiten der drei Tourismusgebiete im Kreis Görlitz wegzubügeln.

Der Wassertourismus auf der Neiße spielt im Rahmen der aktiven Erholung im Landkreis Görlitz eine immer wichtigere Rolle. Foto: ume1

Die Fachkonferenz fand am Mittwoch in der Landskronbrauerei statt. „Ziel war es, die Rollen der einzelnen Akteure, also des Landkreises, der Touristischen Gebietsgemeinschaften und der Städte und Gemeinden zu definieren und Wege zu einer noch besseren Zusammenarbeit aufzuzeigen“, fasste der Leiter des Kreisentwick-lungsamtes, Holger Freymann, in der anschließenden Pressekonferenz zusammen. „Dabei wurde deutlich, dass wir den Landkreis noch stärker als Einheit wahrnehmen und nach außen präsentieren müssen“, so Andreas Böer (CDU), Bürgermeister der Stadt Reichenbach, der die Moderation der Veranstaltung übernommen hatte. Böer warf dabei die Frage auf, ob man im Landkreis tatsächlich noch drei Touristische Gebietsgemeinschaften (TGG) benötige, oder ob es nicht an der Zeit sei, einheitliche Strukturen zu schaffen. Landrat Bernd Lange (CDU) warnte vor Schnellschüssen: „Die TGG vertreten ihre Destinationen, deren Charaktere sehr unterschiedlich sind. Das kann man nicht alles in einen Topf werfen.“ Allerdings stimmte auch er dem Gedanken zu, längerfristig „effizien-tere Strukturen zu schaffen, in denen die einzelnen Regionen allerdings noch erkennbar bleiben müssen“. Kritik übte der Görlitzer Landrat an der Marketing-gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien (MGO), die keinen Vertreter zu der Konferenz entsandt hatte: „Man muss sich schon die Frage stellen, ob wir dort ausreichend Ernst genom-men werden“, verpackte Lange seinen Unmut. Keinen Zweifel gebe es allerdings an der Notwendigkeit einer Struktur, die die Tourismusregion in ihrer Gesamtheit vermarktet. Eine wichtige Rolle spielten auf der Konferenz die Angebote für den Aktivtourismus, wie Radfahren, Wandern, Wasserwandern und Reittourismus. „Probleme wurden hier vor allem bei der Instandhaltung von Radwegen, bei der Vernetzung der Reitwege über Gemeinde-grenzen hinweg sowie durch Interessenkonflikte zwischen den einzelnen Nutzungsarten erkannt“, fasste Holger Freymann zusammen. Auch konkrete Projekte und touristisch-sportliche Großveranstaltungen wurden bespro-chen, so beispielsweise die Lausitz-Rallye. Der Boxberger Bürgermeister Roland Trunsch (parteilos) beklagte „übertriebene Verkehrskontrollen im Umfeld der Rallye, die bei vielen Akteuren für Unmut sorgten“. Es kursierten bereits Boykottaufrufe im Internet. Mehr Fingerspitzengefühl sei angebracht.

Simone Linke von der Touristinformation Weißwasser stellte das Projekt „Barrierefreier Tourismus“ vor, das, von Weißwasser ausgehend, auf den gesamten Landkreis ausgedehnt werden soll. „Wir untersuchen, inwieweit einzelne Einrichtungen für Besucher mit Behinde-rungen geeignet sind und erstellen entsprechendes Informationsmaterial“, erklärte sie. Als Beispiel für eine vorbildliche Umsetzung der Barrierefreiheit benannte sie das Dorfmuseum Sagar.

Torsten Pötzsch, Oberbürgermeister der Stadt Weißwasser, berichtete über den Stand der Bewerbung für die Internationale Gartenausstellung 2027. So sei der Auftrag für die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie vergeben worden. Am heutigen Mittwoch stelle sich das beauftragte Büro im Weißwasseraner Rathaus vor.

Quelle: https://www.lr-online.de


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